Samstag, 6. April 2013

Bildung ist nicht nur Privileg, sondern auch Last und Strafe

Ein Freund hat einen Sohn, sein einziges Kind.
Und der wird in diesem Jahr eingeschult.
Normalerweise wäre es egal, in welcher der vielen Schulen der Hauptstadt.
Denn jedes Stadtviertel hat seine Schulen, wo die Kinder des Viertels ihre Bildung erhalten.

Da gibt es nur ein Problem:
Die "Schule Nummer 1" war schon früher besser ausgestattet, als die Anderen.
Und dort wurden (früher, zu Zeiten des Sozialismus)  auch neue Prinzipien / Methoden ausprobiert und angewendet, ehe sie an an anderen Schulen zur Regel erhoben wurden.
Also eine "Leit-Schule", quasi.

Leider wird in der heutigen Gesellschaft sehr genau registriert, wer wann welchen Bildungsweg gegangen ist.
Denn davon hängt im wesentlichen ab, wie man in der Gesellschaft später akzeptiert wird.

Nun weiß ich aus verläßlichen Quellen, daß der Schulbesuch in der "Schule Nr.1" eigentlich nur die Voraussetzung hat, daß das Kind im 1. Bezirk zu Hause ist.  Nicht mehr, und nicht weniger.

Allerdings gibt es nun Eltern aus anderen Stadtbezirken, welche unbedingt in der Biographie ihrer Sprößlinge den Vermerk haben wollen, dass da Kind eben an der "Schule Nr.1" ausgebildet wurde.

Da das Aufnahmevolumen der Schule natürlich begrenzt ist, werden nun diverse Tricks angewendet, um Kinder in der "Schule Nr. 1" unterzubringen.
Die einfachste Variante:
Nachweis einer Wohnung im 1. Stadtbezirk.

Noch besser:
Zahlung von rund 4000 Dollar an die "Entscheider",dann funktioniert die Aufnahme des Schülers auch.

Die Lehrer der Schule (zu denen ich über meine Leute Kontakt habe) wissen nichts Konkretes über diese Praktiken, aber dass es sowas gibt, ist bekannt.

Einfache Rechnung:
10 Kinder per "Gemauschel" an diese Schule geholt: 40.000 Dollar, für wen auch immer .... :-((((
Für mich ist das eine riesen Schweinerei.
Nur, die Frage ist:
Was soll ich tun ???

Kommentare:

  1. Hallo Frank,
    tja... was macht man da?
    Schwer, dazu etwas zu sagen.
    Die "Entscheider" sitzen ja vermutlich auch in den Behörden, so dass man in der Richtung nix unternehmen kann. Wenn es bei Euch Melderegister gibt, sollte eigentlich bekannt sein, wieviele schulpflichtige Kinder in dem Bezirk der Schule 1 wohnen. 10 Kinder mehr (oder noch mehr) sind da natürlich eine Menge und müsste doch auffallen.

    Wo bleiben denn die Kinder, die in dem Bezirk wohnen und wegen Überfüllung der Klasse nicht mehr angenommen werden?

    LG Gisela

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  2. Iss bekannt, leider - trotzdem: Mir versauen solche Nachrichten regelmäßig den Tag! :-((

    Hoffe, ihr kriegt den Kurzen irgendwie anne anständige Schule!

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  3. Hallo Freunde,
    ich danke für das Feedback, wir kriegen das hier vor Ort schon irgendwie geregelt.
    Was ich wollte, ist eigentlich nur,auf das Problem aufmerksam zu machen.
    Der Rest ergibt sich vor Ort.

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  4. Da bessert wohl jemand sein Taschengeld auf;-)

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  5. Da hilft nur anbauen :)
    Geld in Beton anlegen...

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  6. Tja,
    Schulen gibt es ja quasi inflationär, auch jede Menge private (amerikanische, britische, internationale usw...), aber die privaten kosten auch eine ziemliche Summe und sind weit draußen.
    Da ist die in der Mitte halt die Angesagte ..... und Angebot und Nachfrage regeln halt den Preis in der Marktwirtschaft ....

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