Dienstag, 5. Juni 2012

Mongol Rally -Schrottplatz für Europa

Bald ist es wieder soweit:
Die "Mongol Rally 2012" beginnt. Und damit ein zunehmendes Ärgernis. Denn:


Das Ganze funktioniert so, daß sich immer mehr "engagierte" oder auch verrückte Leute finden, welche mit einem alten Auto mit wenig Hubraum bis Ulaanbaatar fahren, vorher von Sponsoren 1000 englische Pfund für karitative Zwecke in der Mongolei gesammelt haben und dann ihre Schrottkiste in UB versteigern.
Es war früher mal wirklich  eine gute Idee, dem Elend im Lande irgendwie abzuhelfen.
Leider hat sich die Idee verselbständigt, und die Kommerzialisierung macht auch vor einer solchen Aktion nicht halt.
So wirbt inzwischen beispielsweise eine Firma Partisan Wodka aus Belarus ausgerechnet mit dem schlimmsten Übel dieses Landes, welches jedes Jahr hunderte Opfer fordert.

Und die "karitativ Tätigen" schreiben dann über ihre karitative Selbstbefriedigungs-Aktion Bücher, deren Einnahmen natürlich nur den Verfassern zugute kommen.
Wie zum Beispiel hier zu lesen
Wobei ich dem Manne nicht zu nahe treten will, dazu kenne ich ihn zu wenig. 

Derweilen ärgern sich Mongolen darüber, daß auf diese Weise jedes Jahr mit ein wenig "Sozial-humanistisch" verkleideter Vergnügungssucht immer neue Schrottkarossen in das Land gebracht werden.
Welches sowieso schon unter den Billig-Importen alter Autos aus Korea und Japan leidet.

Zu Hause bleiben, Geld sammeln, dann herkommen und gezielt helfen:
Das wäre sinnvoller, als über tausende Kilometer Benzin und damit Geld für den Schrott-Transport zu vergeuden und dann den Anschein zu erwecken, was ganz Besonderes geleistet zu haben.

Wer 16.000 km mit 8 Liter/100 km zurücklegt, der  verbrennt auf diese Weise Geld, für das ein Bau-Hilfsarbeiter ein halbes Jahr lang arbeiten muß.
Ein Kind kann man damit rund zwei Jahre unterbringen und ernähren

Wollte ich mal gesagt haben.

Kommentare:

  1. Der letzte Absatz bringt die Schizophrenie dieser Welt auf den Punkt!

    Treffender, besser und kürzer kann man es kaum ausdrücken.

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  2. "Wer 16.000 km mit 8 Liter/100 km zurücklegt, der verbrennt auf diese Weise Geld, für das ein Bau-Hilfsarbeiter ein halbes Jahr lang arbeiten muß.
    Ein Kind kann man damit rund zwei Jahre unterbringen und ernähren"

    Vorsicht, Frank, dünnes Eis! Es kann nicht darum gehen, einen Bau-Hilfsarbeiter oder ein Kind zu "füttern" - zu mehr reichen weder "Empathie" noch Geld - es sollte in beiden Fällen ja auch noch sowas wie Sinn für's Leben geben ... Das ist ja das Problem des ganzen "Hilfescheiß"

    Trotz der Mahnung, ich glaube ich versteh' Dich: Was für ein Unsinn auf den sich die "entwickelte" Welt so einlässt. Richtig?

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    1. Richtig, Vogel .......hast schon verstanden .. ;-)
      Ich hätte auch schreiben können:
      "....Reicht aus, um mit einem Mikro-Kredit zwecks Geschäftseröffnung zu helfen, damit ein oder zwei Arbeitslose sich selbst ernähren können."
      Und damit vielleicht zu sichern, daß weniger Kinder in der Gosse landen, welche ausgesetzt werden oder aus einer kaputten Familie weglaufen.

      Gruß zum Morgen !
      Frank

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  3. Tach Frank,
    iss schon okee, wollte nich schulmeistern. Der Punkt, den Du hier völlig richtig auf'n Tisch gebracht hast hat mich nur dazu beflügelt, auf die allgemeine Lage hinzuweisen. Wir zerstören alte Strukturen - sicher lebt es sich in einem neuen Haus anders als in einer Jurte -, aber es ist ja nicht nur das. Sicher sollten wir Menschen vor dem Verhungern bewahren, aber das (eben "nur füttern") reicht nich ... und wenn man das zu Ende denkt, mit Waxxtum, Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz vermählt merkt man zwei Dinge, erstens: Kapitalismus iss weder für Menschen noch für die blaue Kugel gut, und zweitens: 7 Mrd. (oder sind's schon acht? ;-)) sind zuviel.

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