Sonntag, 25. Mai 2014

Namen sind in der Mongolei (eventuell) auch "Schall" und "Rauch"

Namensgebung ist in der Mongolei ja eine ganz spezielle Sache.
Und vor Allem: Überhaupt nicht mit den Problemen zu vergleichen, die ein Europäer hat, wenn sich Nachwuchs ankündigt.
Denn eigentlich für den ist es ganz einfach:
Er nimmt sich diverse Namenslisten, sucht sich was für Mädchen oder Jungen aus, falls er noch nicht per Ultraschall das Geheimnis des Geschlechts vorab gelöst hat.
Und so steht als fest, ob Christian oder Josefine.
Gaaaaaanz außergewöhnlich sind ja "männlich-weiblich"-Kombinationen in Europa, wie zum Beispiel beim Schauspieler "Christoph Maria Herbst".
Hier ist das aber ganz anders.
Zunächst ist angesagt, die Geistlichen zu befragen.
Dann kann man sich an Themen aus Kunst, Wissenschaft, Natur orientieren.
Der Begriff "Onon" zum Beispiel bezeichnet einen der großen Flüsse.
Gleichzeitig haben diesen Namen sowohl Männer, als auch Frauen.

Was ich aber erst jetzt erfuhr, ist die Verwendung von Begriffen als Namen, die man als Europäer zunächst nun gar nicht mehr versteht.
Oder wäre nach unserer Denkweise ein Name denkbar wie "jedenfalls Mörder" ???
Den gibt es wirklich und sein Bruder hat den Namen "jedenfalls Dieb"....


Die Ursache liegt im Glauben:
Es ist manchmal besser, die Kinder vor den bösen Göttern dadurch zu tarnen, daß man ihnen sehr negative Namen gibt. So werden sie davor bewahrt, von denen geholt (getötet) zu werden.
Somit findet man also im täglichen Leben Leute, deren Namen in der Übersetzung absolutes Unverständnis erzeugen würde.  

Und es wäre somit auch nicht ausgeschlossen, daß es Leute geben könnte, welche "Schall" oder "Rauch" heißen.

Kommentare:

  1. Die Sowjetzeit hat ihr Übriges dazu geleistet. So gibt es Telman und Telmina (Thälmann), Avangard (Avantgarde), Gertrud (Geroy Truda, Held der Arbeit), Kompart (Kommunistische Partei), Lenura (Lenin uchredil revoluciyu, Lenin hat die Revolution geführt). Diese Namen habe ich selber in Russland schon getroffen.

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  2. ... gleich noch eins dazu: Meine Ehefrau berichtete mir von Nachbarn ihrer Mutter, deren Kinder in den 50er/ 60er Jahren gleich nach der Geburt verstarben. Dies betraf nur Jungen. Nach Gagarins Start in den Kosmos nannten sie den nächstgeborenen Jungen Gagarin- alles war gut. Also kamen noch Titov und Leonov dazu. Das letzte Kind der grossen Familie wurde ein Mädchen, Tereshkova. Alles geschehen im sowjetischen Zentralasien, in der Hauptstadt, nicht in einem kleinen Aul.

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  3. Hallo, liebe Leser !

    Es gibt in diesem Beitrag wohl ein Problem mit der Darstellung des Textes.
    Auch ich habe festgestellt, daß sich hier Worte "einschleichen", die hier gar nichts zu suchen haben.
    Es wäre nett, wenn Leser berichten würden, ob sie auch Probleme sehen mit dem Text, und bei welchem Browser sie das feststellten.

    Dann könnte ich das Problem mit dem Anbieter (Provider) des Weblogs besprechen.

    Vielen Dank !
    Mongoleifan Frank

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