Aktuell ist "Paulchen" mit Andrea und Achim an Bord wieder in der Mongolei auf Achse. Bereits im letzten Jahr bereisten sie das Land und nun haben wir uns das zweite Mal getroffen.
Und nicht nur, weil ich und mein Blog -->> HIER <<-- erwähnt werden, ........... Sondern weil die Beiden sehr, sehr angenehme Berichte schreiben und mit Super Bildern versehen, ...........
....Mache ich also hier auf meiner Seite (quasi im Gegenzug) Reklame für eine vergnügliche und informative virtuelle Reise durch die Mongolei und andere Gegenden der Welt:
Neeee,also echt ........ Die arme Frau kann wirklich nichts dafür, daß 1500 Jahre nach ihrem Tode eine deutsche Firma Schuhe mit drei Streifen herstellt:
Aus einem gewiß sensationellen archäologischen Fund entwickelt sich ein Hype bei Pseudo-Wissenschaftlern und Mysterikern wegen "Zeitsprüngen" und ähnlichen Phantasien.
Und die Medien aller Coleur haben mal wieder eine halbrichtige Schlagzeile gefunden ..................
Daß der Fund also etwa aus dem Jahre 500 n.Chr. stammt, ist viel Sensationeller.
Außerdem ist die Meldung für mich ein hervorragender Anlaß, mal über die Türken und die Turkvölker zu schreiben.
Im letzten Sommer war ich ja bekanntlich mal auf Touristenpfaden unterwegs.
Kharkhorin (auch Karakorum) mit dem Kloster Erdene Zuu sind ja in jedem Reiseführer zu finden.
Darüber berichtete ich --HIER ausführlicher<<--
Was die wenigsten Besucher des Klosters wissen oder bemerken:
Unmittelbar am Kloster beginnt eine ziemlich gut ausgebaute Asphaltstraße.Und zwar genau an diesem Schild:
Sie führt 47 km weit in die Steppe und wurde übrigens komplett dürch den türkischen Staat finanziert.
Das Reisebüro "Steppenfuchs" schreibt dazu -->> HIER<<--:
Durch
das Orchon Tal mit seinen grünen Wiesen geht die Fahrt erst zur Chöschöö
Tsaidam Ausgrabungsstätte (Tonyukuk). Es handelt sich dabei um die Grabstätte
von Bilgä Chagan (Bilge Khagan 683 – 734 n.Chr. türkischer Oberbefehlshaber). Bilge Khagan
spielte eine wichtige Rolle gegen das Vordringen der Chinesen in dieser Region.
Modern, würde man ihn heute als „Warlord“ bezeichnen, da er sich
unterschiedlichen Völkern in dieser Region angeschlossen hat.
Hier
wurde auch eine der vier steinernen Schildkröten, ein Zeichen für langes Leben
und Ewigkeit,
ausgegraben.
Die steinernen Schildkröten haben in der mongolischen Mythologie eine besonders
wichtige
Bedeutung. Für die Turkvölker und somit letztlich für die Türkei, ist Chöschöö
Tsaidam von
besonderer
Bedeutung. Chöschöö Tsaidam ist der östlichste Fundort türkischer „Spuren“ und
wird
heute
als Wiege der Türken betrachtet. Die Ausgrabung erfolgt unter türkischer
Leitung und viele der Fundgegenstände kann man in einem kleinen Museum gleich
neben der Ausgrabungsstelle besichtigen (sofern geöffnet).
Unterwegs werden einige historische
Ausgrabungsstellen besichtigt (Khöschöö Tsaidam).
Hier
wird unter türkischer Leitung ein ehemaliger Palast aus dem alttürkischem Reich
freigelegt.
Die
Türken vermuten in dieser Region ihren Ursprung. Später wurden sie dann von den
mongolischen Stämmen vertrieben.
Dort angekommen, steht man in einer weiten Ebene quasi im Nichts...... Schwer vorstellbar, daß hier einmal ein politisches und kulturelles Zentrum eines Reiches gewesen sein soll.
Außer dem Museums-Gebäude und ein paar Jurten: NICHTS.
Google Maps zeigt, wo sich das Objekt befindet, und zwar -->> HIER<<--
Im Inneren des Museums eine große Halle mit erstaunlichen Fundstücken aus der Zeit um 700.
Und wie es der Zufall will:
Außer uns waren noch zwei Touristen da:
Echte Türken, welche ehrfürchtig aber auch stolz an den Wurzeln ihres Volkes standen.
Denn das Reich der Kök-Türken erstreckte sich zeitweise vom Kaspischen Meer bis zur Mandschurei und war der erste Staat in der Geschichte der zentralasiatischen Nomadenreiche, dessen Amtssprache (Alttürkisch) aufgrund gefundener Grabstelen zu Ehren seiner Herrscher, den Orchon-Runen, zweifelsfrei identifiziert werden konnte.
Diese alttürkische Runensprache konnte übrigens deswegen identifiziert werden, weil auf den beiden großen Stelen die Texte auch in chinesischer Schrift eingemeißelt wurden......
Zu den Exponaten zählen auch die Repliken von filigranem Goldschmuck, wie diese Krone:
Die Originale sind in der Tresoren der Mongolbank in Ulaanbaatar verwahrt und können dort besichtigt werden.
Dank meines treuen "beinahe-schon-mal-hier-gewesenen-Lesers" Zurken (Gruß und Danke !) wurde ich dran erinnert, mal eine Kultur-Info einzustellen:
Der deutsche Jazz-Professor -->> Frederik Köster <<-- wird für längere Zeit in der Mongolei unterrichten.
Die Zeitung "Der Westen" weiß -->>HIER<<-- mehr darüber zu berichten. Öffentliche Konzerte gibt er am 04. und 06. Mai im -->> UB Jazz Club<<--.
(Damit dürfte auch klar sein, daß der den Jazz nicht "in die Mongolei bringt"................. Der ist schon etwas länger da, so wie auch Swing ... ;-)
Aber so sind sie halt, die Journalisten; es muß schon ein bißchen
reißerisch geschrieben werden für den sensationshungrigen Leser .....
Kartenvorbestellungen unter : +976 9632 0202
Ein Stammgast im UB Jazz Club ist übrigens Naagii, mit einem breiten Repertoire:
Auch wenn es die wichtigen Medien wie z.B. "die Welt" immer als "Fest der Chinesen und Südostasiens" darstellen:
Jaaa, auch in der Mongolei findet es statt:
In rund 26 Stunden ab meinen momentanen Post beginnt das Jahr des Affen.
http://www.oai.de/de/55-ostasienlexikon/jjj/2514-jahr-des-affen-tierkreis.html http://www.chinesischeshoroskop2016.com/ Was mir in den nächsten Tagen wirklich schwerfallen wird, wie inzwischen seit fünf Jahren immer wieder:
Das ewige Essen:
Entweder mit den Gästen, welche uns besuchen kommen, oder bei den Leuten, welche wir besuchen müssen ..............
Am Ende dieser Tortur kann ich sehr lange keine -->> mongolischen Buuz <<-- mehr sehen, geschweige denn essen ....
Vorgefertigt sind jedenfalls in meiner Wohnung mehr als 300 Stück, da können schon so ungefähr 50 Besucher zu uns kommen und satt werden.... .....
Heute erschien an der Wohnungstür der freundliche Rentner mit den neuesten Informationen des Stadtteils. Dazu gehörte auch der Veranstaltungsplan:
Und weil geschrieben steht, daß man doch den Freunden im In- und Ausland davon berichten soll, habe ich das hiermit getan ....... ;-)) Gerne dazu ein paar mehr Informationen, falls es Jemanden hierher verschlägt........
Ich hatte ja --->>>HIER schon mal etwas dazu geschrieben, was hier an Sitten und Gebräuchen gepflegt wird.
Neu dazu kommt jetzt diese Geschichte:
Am Silvestertag wurde meine Frau plötzlich nervös, denn sie suchte telefonisch ergebnislos den Kontakt zu einer Schuster-Werkstatt.
Dort war nämlich ein (!!!) Schuh zur Reparatur abgegeben worden, und den mußte man unbedingt vor Silvester nach Hause bringen ! Denn merke: Ein Schuh alleine zu Hause während des Jahreswechsels bringt Unglück !
Glücklicherweise meldete sich die Dame aus der Schusterei selber, weil sie im gleichen Haus wohnt, und der Schuh wurde erfolgreich und vor Allem rechtzeitig in seine angestammte Heimat-Wohnung verbracht.
Auf meine (zugegeben etwas provokante) Frage, wieso denn der Aufenthaltsort des Schuhs während des christlichen Silvesters eine Rolle spielen könne, wo doch der Übergang zum neuen Jahr eigentlich erst zum buddhistischen "Zagaan zar" erfolgt,
erntete ich nur einen gaaaanz seltsamen Blick.........
OK, damit hatte sich das also erledigt, des Neujahres-Friedens willen ..........:-)
ich wollte ja mal meine Naadam-Reise vom Juli weiter auswerten, und auch sonst immer mal wieder was Interessantes beitragen.
Da gab es aber ein paar Probleme:
1.
Ich bin ja bekanntlich im Bausektor tätig, und da war die Saison hart und erforderte vollen Einsatz bis zum Ende , welche erst dieser Tage war.
2.
Zusätzlich kostete immens viel Zeit der Kampf um neue Aufträge, sowie auch das Eintreiben schon längst fälliger Forderungen. Da darf man sich schon mal vor ein paar Gerichten präsentieren .........
3.
Denn wir haben hier eine ausgewachsene wirtschaftliche und gesamtgesellschaftliche Krise, die das gesamte Volk beschäftigt.
Und vor Allem belastet. Die Blase von 2011/2012 ist erstmal geplatzt. Wie es weitergeht, und wann es wieder aufwärts geht,weiß eigentlich niemand konkret.
Alle hoffen auf "nur" ein bis zwei Jahre Stillstand, was dann wieder durch Wachstum abgelöst wird.
OK, ich hoffe mit ............. Nun mal was Schönes:
Inzwischen hat der MDR-Journalist Thomas Junker ganz aktuell eine Reise durch Rußland, Kasachstan und die Mongolei unternommen, und seine Eindrücke verewigt.
Und ich muß sagen:
Sachlich, ausgewogen, real. Sowas kann ich nur empfehlen.
Deshalb hier die Verlinkung der beiden Teile, die sich mit der Mongolei beschäftigen.
Also erst mal was vom Landleben:
Und im zweiten Teil wird auch aktuell über die Hauptstadt berichtet.
Interessant für mich, daß dabei sogar zwei meiner Baustellen vorkommen.
Und zwar hier im Link bei Minute 5:33 und später bei 8:53 (unten rechts)....
Jedenfalls darf ich dem Herrn Junker dazu gratulieren, einen äußerst aktuellen, und sehr objektiven Bericht zum Leben und zur Lage in der Mongolei abgeliefert zu haben.
Falls es Fragen gibt, dann gerne fragen.
Ich freue mich, Antworten geben zu können.
Dienstag, 3. November 2015
Es gibt so Krebs-Geschwüre, welche sich mit Metastasen verbreiten. Bisher war die Mongolei verschont von diesen weltweit wuchernden Dingern. Seit neulich geht es aber auch "vorwärts" und der neueste Schrei ist: ---> Wir haben nun auch Burger King !!!<---
Na toll ..... KFC und Pizza Hut sind ja auch schon da.
Ein Menü kostet so um die 10.000 Tugrik, der Arbeiter geht mit 20-40.000 Tugrik täglich nach Hause.
Der im Video sichtbare Manager saß im Juli 1997 mit mir an einem Tisch, in einem Lokal namens "Berlin-Burger". Da hatten die cleveren Jungs die "Mc Donalds"-Idee einfach kopiert und ziemlichen Erfolg damit gekriegt. So ändern sich die Zeiten.....
Mister Broome im Porsche kriegte von mir den Umbau organisiert, er verschweigt aber, daß die Zuffenhausener eigentlich von ihrem asiatischen Lizenz-Händler in diesem Jahr ein komplett neues Autohaus erwartet hätten ......Iss aber nix damit. Es ist halt massiv Krise hierzulande, und niemand will es so richtig zugeben ..........
Da war ich also mal in der-->> Hunnu-Mall" <<--
Das ist eigentlich ein Objekt wie in Europa üblich: Shopping Center, Kino, Restaurants verschiedener Qualitäten, ein bißchen Action und Fitness, Spaß für die Kleinen.
Der Unterschied: In der Art bisher einzigartig in der Mongolei. Und noch einzigartiger: Der Lichthof der Mall wird von drei riesigen Saurier-Skeletten beherrscht, darunter der Tarbosaurus und der Saurolophus angustirostris.
Wirklich beeindruckend, wenn man rund drei Meter unter den Köpfen dieser Riesen steht und sich vorstellen mag, die wären ala "Jurassic Park" lebendig ........
Das Besondere: Das sind Originale, gefunden in der Wüste Gobi. Die entsprechenden Dokumente sind auch ausgestellt.
Im internationalen Schwarzhandel mit solchen Funden gibt es ja manchmal richtig Schlagzeilen, so wie ich zum geschmuggelten Tarbosaurus -->> HIER schon mal schrieb<<--
Wenn sich also jemand beim Besuch der Mongolei mal die Mongolei-Saurier ansehen will, ohne Eintrittsgeld für ein Museum zu zahlen: In der Hunnu-Mall ist das möglich. Schon vom Flughafen aus gut erreichbar vor der Brücke über den Fluß Tuul. -->> HIER<<--
Nun ist es also schon ein paar Tage alt, dieses neue Jahr des Schafes.......
Wir haben sehr viele jüngere Leute empfangen, die uns Älteren gratulierten.
Und wir waren auch selber bei den Älteren, um ihnen die Ehrerbietung zu erweisen.
Die Alten warten schon darauf, daß man zu ihnen kommt, und ein Fernbleiben wäre eine Tragödie für sie.
Auch die Allerkleinsten werden fein rausgeputzt für die Feierlichkeiten.
Überall in den Familien wird in diesen Tagen eine festlich Tafel präsentiert, und das an jedem Tag ab Neujahr, immer wenn neue Gratulanten kommen. Aufwand ohne Ende, aber mit Freude an der Sache.
Jeder Besucher kriegt ein Geschenk zum Abschied, meist irgendwelche Kleinigkeiten wie Strümpfe, Schreibwaren, Haushaltwaren, Kosmetika.
Es gibt aber auch Familien, welche richtig kreativ sind.
Das hier hat eine Familie selbst gestaltet:
Eine kleine Jurte:
Wenn man sie öffnet, findet man dort vier Knochen aus dem Fuß eines Schafes, und damit wird gewürfelt:
Es gibt vier Positionen, welche die Knochen einnehmen können.
Die Erklärung der Punkte ist praktischerweise auf der Grundplatte eingefügt.
Für mich ein tolles Geschenk, besser als irgendwelche Sachen aus China oder Korea.
Nun noch was Anderes:
Das Bild zeigt einen meiner Kollegen, mit dem ich zum Neujahrsfest was Caritatives gemacht habe:
Wir haben in einer kleinen Hütte einer Familie gut gedämmte Fenster eingebaut, damit die nicht mehr soviel heizen müssen.
Die Freude war riesengroß.
Und auf den Straßen von Ulaanbaatar geht der tägliche Kampf um ein bißchen Einkommen weiter:
Die Kinder gehen im Verkehrsstau von Auto zu Auto, um ein paar "Wunderbäume" zu verkaufen.
Irgendwelche Papp-Stücke in verschiedenen Formen und Designs, welche einen mehr oder weniger angenehmen Duft im Auto verbreiten.
Es ist manchmal deprimierend, wegzugucken.
Nur: Man kann nicht überall und Jedem helfen.
Dies einzusehen, ist Selbstschutz, den aufzubauen, schwer fällt.
heute ist der letzte Tag des alten Jahres, das heißt in der Mongolei Bituun
Wir haben uns in der Familie entsprechend vorbereitet. Das heißt: Es gibt einen Vorrat von genau 520 Buuz (genau abgezählt), und der "niislel salat" (ein spezieller Kartoffelsalat) wird derzeit in der ersten Menge von ungefähr 10 Kilogramm zubereitet. Das Bild ist also nur ein paar Minuten alt und quasi "live"........
Wieviel dann später noch gefertigt werden muß, hängt von der Anzahl der Besucher (Gratulanten) ab.
Meinen treuen Lesern irgendwo auf diesem Erdenball wünsche ich Alles Gute für dieses neue Jahr (nach den buddhistischen Regeln) und daß sich alle Eure Wünsche erfüllen mögen !
Nach den tibetisch.buddhistischen Regeln beginnen wir das Jahr des Schafes, auch wenn woanders geschrieben wird, es sei das Jahr der Ziege .................... Was das an Kuriositäten zu vermerken ist, das liest man auch in deutschen Zeitungen: --Niemand will ein Schaf sein --
Naja, jedenfalls ist ab heute Abend eine Zeit vorbei, die man mit dem Stress vor Weihnachten in Europa vergleichen kann. Nur eben anders, da sich nun in den nächsten Tagen und Wochen gar nichts mehr dreht, was Geschäfte angeht.
Mit den Chinesen kann man zum Beispiel ab heute für die nächsten vier Wochen kaum was Ernsthaftes anleiern...... Es ist halt Neujahr ..........
Soweit ein kurzes Statement, ich muß jetzt wieder an die Front von Kartoffelsalat, Buuz und Co., weil in zwei-drei Stunden alle Jüngeren des Familien-Clans zu uns zu Besuch kommen. ......."Die Last des Alterns" auf etwas andere, aber sehr angenehme Art .......
Heute bekam ich um 14:01 Uhr eine SMS auf mein Handy, die wie folgt aussieht:
Das heißt im Klartext:
Nun wurde also das Kind geboren, welches das dreimillionste ist und somit den Mongolen einen neuen Status beschert. Jedenfalls nach deren Verständnis. Der Mobilfunk-Operator gratuliert jedenfalls.
Nun ja. Dann schauen wir mal, was da ab sofort an Veränderungen im Lande vor sich geht ........
Namensgebung ist in der Mongolei ja eine ganz spezielle Sache.
Und vor Allem: Überhaupt nicht mit den Problemen zu vergleichen, die ein Europäer hat, wenn sich Nachwuchs ankündigt.
Denn eigentlich für den ist es ganz einfach:
Er nimmt sich diverse Namenslisten, sucht sich was für Mädchen oder Jungen aus, falls er noch nicht per Ultraschall das Geheimnis des Geschlechts vorab gelöst hat.
Und so steht als fest, ob Christian oder Josefine. Gaaaaaanzaußergewöhnlich sind ja "männlich-weiblich"-Kombinationen in Europa, wie zum Beispiel beim Schauspieler "Christoph Maria Herbst".
Hier ist das aber ganz anders.
Denn es sind ja nun seit dem Neujahrsfest ein paar Tage ins Land gegangen.
Und da passierte erst mal Folgendes: Am Freitag ,dem 7. Februar mußten alle Menschen irgendwas Gutes tun, weil das vervielfacht auf den Menschen zurückfällt. Deshalb verschwanden meine mongolischen Mitarbeiter kurz nach Mittag, weil sie "was Wichtiges" erledigen mußten.
Heute, am Montag, den 10.Februar, bekam ich von meiner familiären "Geschäftsleitung" die Weisung, in den nächsten drei Tagen Folgendes NICHT zu tun:
- Müll aus dem Haus zu tragen
- Sonstiges aus dem Haushalt nach draußen zu bringen. (Dazu gehört auch Geld, also zahlen wir erst mal nichts........)
Mal sehen, was wird.
Jou. So ist halt das Leben im weit entfernten Osten.
Der Mobilfunk-Betreiber "Unitel" hat dieser Tage eine Fotoserie erstellen lassen. Das Besondere daran: Die Reise mitten im Winter führte in den Norden der Mongolei, an den -- Khuvsgul-See --.
Und dort leben die Tsaatan, eine tuwinische Volksgruppe, welche als "Waldleute" in Tipis leben und Rentiere züchten.
Die schöne Bilderserie findet man --HIER --
Wie sie zustande kam, zeigt die Reportage auf Youtube.
So, liebe Leser meines Weblogs,
jetzt sind wir also drin im Jahr des hölzernen Pferdes.
Schön für uns, ich wünsche Allen, welche in diesem Jahr geboren wurden, nur das Beste, und daß alle ihre Wünsche und Pläne in Erfüllung gehen.
Nun war ich gestern (quasi am Silvestertag) noch mal zum Einkaufen im Supermarkt um die Ecke, und was sehe ich ?
Das hier:
Da liegt doch auf dem Dach einer Garage der Kopf eines der Tiere, welche das Neue Jahr bestimmen werden / sollen / können...........
Da kommt mir doch sofort der Film "The Godfather / Der Pate" in den Sinn, wo ein Pferdekopf eine ganz entscheidende Rolle spielte:
Völlig verunsichert, habe ich mein mongolisches Umfeld gebeten, mir das zu erklären.
Also nun die Erklärung:
Pferde werden natürlich gegessen.
(Meine Meinung: tolles Fleisch !)
Jedoch die die Köpfe der Pferde niemals.
Denn sie sind die klügsten Tiere nach dem Menschen.
In der Provinz läßt man sie in der Steppe, die Steppentiere säubern alles bis auf die Knochen.
Hier war es wohl so, daß jemand aus der Provinz ein Pferd "komplett" für das Neujahrsfest in die Hauptstadt geschickt hat, sich aber keinen Gedanken darüber verschwendete, was mit dem Kopf werden soll.
So landete er auf dem Garagendach, von irgendwem irgendwoher dorthin geworfen.
Tja, das war halt das Ende dieses Pferdes, bevor "sein Jahr" anfing..... Bißchen schade ist halt, daß der Kopf nicht in seiner angestammten Heimat die verdiente "letzte Ruhe" fand.......
......und zwar ein hölzernes..... Häää ??? Naja, am kommenden 1. Februar wird das -->> Hölzerne Pferd<<-- das Leben in den buddhistisch geprägten Regionen für rund ein Jahr bestimmen. Also feiert man am 31.01. quasi Silvester und dann den Neujahrstag.
Anders als z.B. in China geht es aber hierzulande realtiv still zu, ohne Feuerwerk und Umzüge. In der Wikipedia ist die mongolische Variante des Neujahrsfestes, -->> Tsaagan Sar genannt <<-- ,
recht gut beschrieben.
Also haben wir in der Familie wieder wie jedes Jahr ein vierstellige (!!) Zahl von -->>Buuz - Бууз<<--
verfertigt, und sie in unserem Natur-Tiefkühlschrank, Balkon genannt, tiefgefrostet. So können die Besucher sicher sein, unser Haus auf keinen Fall hungrig zu verlassen .........
Was in der Wikipedia allerdings nicht geschrieben steht: Ab dem 1. Neujahrsfeiertag besuchen alle jüngeren Verwandten jeweils alle Älteren, inzwischen ist das auch bei Arbeitskollegen und Freunden üblich.
So wird außer an den ersten zwei-drei Tagen das gesellschaftliche Leben durch geschlossene Läden, Firmen, Büros noch länger behindert werden. Statt dessen reisen die Mongolen kreuz und quer durch`s Land, um der Besuchspflicht zu genügen. Und da kommen schnell sehr große Strecken zusammen, in dem Land, welches 4,5 mal größer als Deutschland ist ...... Aber sie haben ja Pferde, die Mongolen.........
Naja,
also es geht los, und keiner geht so richtig hin.................. Denn:
Das gibt`s hier eigentlich nicht wirklich. Der Religion und der Tradition geschuldet.
Neujahr findet sowieso irgendwann im nächsten Kalenderjahr nach dem buddhistischen Kalender statt, und an Stelle von Weihnachten wurde irgendwann das sowjetische "Jolka-Fest" mit "Väterchen Frost" zum Jahreswechsel eingeführt.
Statt dessen Jahresend-Kaufrausch mit schreiend bunt belichterten Kunst-Weihnachtsbäumen und Flitter-Sachen ohne Ende.
Also feiern "richtig Weihnachten" nur die Exoten.
Gut war also momentan Folgendes:
Pünktlich am 24.12. schneite es, unglaubliche 3-5 cm, aber immer hin ist Alles weiß.
Der Screenshot des Handys zeigt:
Also Alles im grünen Bereich ............... Schlecht ist allerdings:
Die Jahresend-Feiern aller Betriebe und Organisationen ziehen sich von Anfang Dezember bis Silvester hin, es fließt der Alkohol in Strömen und so mancher asiatische Organismus hat damit ein Enzym-Problem.
Weil:
Er verträgt es einfach nicht wirklich, was ihm da zugemutet wird.
Nun ist es vor Allem für die Frauen ein "Muß", sich zu diesem Abend richtig in Schale zu werfen.
Da bedeutet in der Regel ganz viel Friseur und ein Ballkleid mit richtig viel Aussicht auf die erogenen Zonen.
Leider wird das mancher feierwütigen Frau zum fatalen Verhängnis.
In den Wochen seit Anfang Dezember starben 27 Frauen nach solcherlei Feierlichkeiten an Unterkühlung.
Besonders dramatisch eine Best-Arbeiterin und mehrfache Mutter, welche in der Provinz Abends auf dem Ball ausgezeichnet wurde, und Morgens genau gegenüber dem Ort der Veranstaltung tot aufgefunden wurde, mit der Verleihungs-Urkunde in den Armen.
Was noch:
Ach so, es fanden ein Wolf und zwei Füchse den Eingang in die ewigen Jagdgründe, und ihnen harrt jetzt ein zweites Leben als Jacke, Mütze, Schuh, oder einfach als Wanddekoration.
Der Wolf mit rund zwei Metern Körperlänge nötigt schon Respekt ab .....
Denn an diesem Tag werden wir den 851. Geburtstag des großen Dschingis Khan landesweit begehen ! Das vom Parlamentangenommene Gesetz legt fest, daß der Geburtstag vonDschingisKhanam ersten Tagdes erstenMonatsim Wintereines jeden Jahresnach dem Mondkalender zu feiern ist. In diesem Jahrfälltder Jahrestagaufnächste WocheMontag.
Anlässlichdes Jubiläumswerden einigezeremonielleVeranstaltungen stattfinden. So werden die neunweißen Staatsbanner vor dem Dschingis-Khan-Monument aufgestellt und dem Publikum wird ermöglicht, Fotosin der Nähe derBannerzu machen. Eine wirklich seltene Möglichkeit.
Außerdem gibt es Modenschauen der mongolischen Mode von früher bis jetzt, sowie einen der traditionellen Wettkämpfe im mongolischen Ringen. Und vor Allem: EIN TAG ARBEITSFREI !!! Also, wer es nächsten Montag einrichten kann: Es gibt was zu erleben in UB !!!